Chronopolitics: die zeitlichen Strukturen der Stadt

Gesellschaftliche Zeitstrukturen haben spätestens seit der Moderne eine wesentliche Bedeutung für die räumliche Organisation der Stadt. Ausgehend von den räumlich wie zeitlich geprägten urbanen Phänomenen – Entgrenzung, Verdichtung und Entkopplung (Henckel, Herkommer: 2004) – werden Gemeinsamkeiten räumlicher und zeitlicher Entwicklungen der europäischen Stadt untersucht und Ursachen für kontinuierliche Veränderungen und abrupte Umbrüche der urbanen Zeitlichkeit im Seminar diskutiert. Über eine thematisch gegliederte Analyse von Ursachen soll ein Überblick zu raumprägenden künstlichen Taktgebern des städtischen Alltags der Spätmoderne gegeben und nach weiteren raumzeitlichen Phänomenen gesucht werden. Anschließend richtet sich der Blick auf aktuelle Konflikte der zeitpolitischen Auseinandersetzung in Architektur und Stadtplanung.

Die Grundlage für das Seminar bildet eine Auswahl an wissenschaftlichen und nicht- wissenschaftlichen Texten aus den Bereichen Architektur- und Stadttheorie, Science-Fiction, Philosophie, Soziologie, Schlafforschung und Politikwissenschaft. Neben der gemeinsamen Reflexion dieser Texte, wird es kurze Input-Vorträge mit Verweis auf konkrete architektonische und städtebauliche Projekte sowie Diskussionen mit eingeladenen Gästen aus dem jeweiligen Forschungsfeld geben.