Frauengerechter Wohnbau in Österreich: Gleichstellungspolitischer Anspruch und strukturelle Relevanz von Modellprojekten
Wohnen ist eine zentrale soziale Infrastruktur und zugleich ein politisches Handlungsfeld, in dem Geschlechterverhältnisse und Sorgearbeit bis heute ungleich verankert sind. Der frauengerechte Wohnbau entstand aus feministischen Planungsdebatten, macht strukturelle Ausschlüsse sichtbar und hinterfragt vermeintlich neutrale Normen in der Planung. Mit der gleichberechtigten Einbindung von Frauen als Auftraggeberinnen, Planerinnen und Nutzerinnen sowie der Berücksichtigung von Alltagspraktiken, vielfältigen Haushaltsformen und gemeinschaftlichen Räumen formuliert er einen grundlegenden Transformationsanspruch für den öffentlichen Wohnbau.
Erstmals widmet sich dieses Buch den im frauenpolitischen Kontext entwickelten frauengerechten Modellwohnprojekten im österreichischen geförderten Wohnbau. Anhand einer qualitativ-empirischen Fallstudie werden ihre Entstehung, Umsetzung und langfristigen Wirkungen nachgezeichnet. Die Analyse macht sichtbar, wie insbesondere in Wien innovative Impulse dauerhaft in Förderinstrumente und Planungsprozesse integriert werden konnten – mit internationaler Ausstrahlung. Das Buch zeigt, wie die in frauengerechten Modellprojekten entwickelten Ansätze maßgeblich zur gendersensiblen, sozial gerechten und zukunftsfähigen Weiterentwicklung des Wohnbaus beitragen.
Mit einem Geleitvorwort von Eva Kail, Stadtplanerin und Expertin für gendergerechte Planung und Stadtentwicklung.
Sabina Riss war bis 2025 am Future Lab der TU Wien tätig und arbeitet seit vielen Jahren zu Gender in der gebauten Umwelt. Sie verbindet Forschung, Vermittlung und praxisnahe Beratung.
Buchpräsentationen
LINZ 11. März 2026, 19:00 Uhr
Begleitveranstaltung des Symposiums Frauen+Wohnen
afo architekturforum oberösterreich
Herbert-Bayer-Platz 1, 4020 Linz
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WIEN 18. März 2026, 18:00 Uhr
Wiener Planungswerkstatt
Friedrich-Schmidt-Platz 9, 1010 Wien
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