Co-Training "Potenziale sozialer Innovationen erkennen und nutzen"
Potenziale sozialer Innovationen erkennen und nutzen
Das Co-Training der future.lab Innovationswerkstatt am 21. Jänner 2026 fragte, wie Bauträger in Wien die urbane Transformation mittels sozialen Innovationen vorantreiben können.
Diskutiert wurde unter anderem über Bauteilaktivierung als neuer Standard, die Verdichtung bereits versiegelter Fläche durch Aufstockungen, umfassende Begrünung und Entsiegelung, flexible Grundrisse und umnutzbare Strukturen (wie Garagen) sowie die Einbindung erneuerbarer Energiesysteme wie Anergienetze auf Quartiersebene.
Die Transformation zur Nachhaltigkeit wird von europäischer bis kommunaler Ebene zunehmend durch Strategien, Gesetze und Verordnungen eingefordert. Für die Bau- und Immobilienbranche bedeutet dies, mit verschärften klima- und energiepolitischen Zielsetzungen, neuen Qualitätsansprüchen und komplexen Regulierungen umzugehen. Im Co-Training hielten die Teilnehmenden zunächst fest, welche Transformationsanforderungen bezüglich Klima- und Nachhaltigkeitszielen ihre berufliche Praxis beeinflussen: von strengeren Anforderungen an die energetische Gebäudesanierung über Vorgaben aus dem Abfallwirtschafts- und Naturschutzrecht bis hin zu detaillierten Qualitätshandbüchern, Mobilitäts- und Sockelzonenkonzepten großer Stadtentwicklungsgebiete. Hinzu kommen interne Nachhaltigkeitsziele der Organisationen, etwa hinsichtlich sozialer Durchmischung, einer ökologischen Freiraumgestaltung oder des Ausbaus klimafreundlicher Mobilitätsangebote, die den Transformationsdruck zusätzlich erhöhen.
Obwohl die wachsenden Anforderungen Herausforderungen mit sich bringen wurde im Co-Training deutlich, dass diese primär als Chance verstanden werden. Die Teilnehmenden sehen spürbare Verbesserungen im Wohnbau und der Quartiersentwicklung, die klima- und ressourcenschonende Lösungen mit höheren Wohn- und Aufenthaltsqualitäten verbinden. Als konkrete Beispiele aus der eigenen Praxis wurden etwa umfassende Begrünung und Entsiegelung, Bauteilaktivierung und erneuerbare Energiesysteme wie Anergienetze, flexible Grundrisse und umnutzbare Strukturen genannt.
Zentrale Herausforderungen liegen in fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen, komplexen und teils widersprüchlichen Förder‑ und Regulierungsrahmen (v.a. Neubau vs. Bestand) sowie in der aufwendigen Kommunikation langfristiger Mehrwerte gegenüber Bewohner:innen und externen Partner:innen.
Zum Abschluss reflektierten wir gemeinsam über den Unterstützungsbedarf für zukünftige Prozesse. Genannt wurden vor allem klarere und fokussiertere Anforderungen in Bauträgerwettbewerben, zusätzliche finanzielle Mittel und eine stärkere Förderung kooperativer Projekte. Damit knüpft das Co-Training mit Bauträgern an die Ergebnisse vorangegangener Co-Trainings an: Es braucht Räume, in denen unterschiedliche Praxisakteur:innen ihre Perspektiven auf urbane Transformation teilen, voneinander lernen und gemeinsam an tragfähigen Lösungen für eine klimaneutrale, sozial gerechte Stadt arbeiten.