Co-Training "Wie können soziale Innovationen im Grätzl wirksam werden?"

Wie können soziale Innovationen im Grätzl wirksam werden?

Dieser Frage gingen zwei Co-Trainings der future.lab Innovationswerkstatt am 1. Dezember 2025 und 15. Jänner 2026 nach. Gemeinsam mit Non-Profit-Organisationen (NPOs) und intermediären Akteur*innen der Gemeinwesenarbeit diskutierten wir die Schnittstellen zwischen Stadtentwicklung, Forschung und sozialen Innovationen. Diese Akteursgruppen leisten wichtige Beiträge zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Durch ihre Arbeit stärken sie u.a. den sozialen Zusammenhalt und die Integration im Grätzl, gestalten Partizipationsprozesse mit, vermitteln Themen der Nachhaltigkeit niederschwellig, ermöglichen kollektives Lernen und fördern solidarische Praktiken auf lokaler Ebene.

In den ko-kreativen Co-Trainings vermitteln wir das Potenzial sozialer Innovationen für die urbane Transformation an unterschiedliche Communities of Practice. Die beiden Veranstaltungen im Dezember und Jänner verfolgten eine gemeinsame Zielsetzung: konkrete Potenziale sozialer Innovationen für die eigene Arbeit an der nachhaltigen Stadtentwicklung greifbar und nutzbar zu machen, bestehende Hürden in der Umsetzung zu identifizieren und – wo möglich – geeignete Lösungsansätze zu diskutieren.

Im Co-Training mit NPOs im Dezember setzen sich die Teilnehmenden metaphorisch die „Brille“ sozialer Innovation auf. Nach einem Input der future.lab Innovationswerkstatt zu sozialen Innovationen in der Stadtentwicklung lieferte die Volkshilfe Wien Einblicke in das Projekt Community Work. Im anschließenden Workshop wurde diskutiert, inwiefern die Aktivitäten der Teilnehmenden zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen, wo besondere Herausforderungen liegen und welche Rahmenbedingungen ihre Arbeit unterstützen könnten. Dabei wurde die thematische Vielfalt der Praxisfelder deutlich: von Energiegemeinschaften über Gemeinschaftsgärten, der Beteiligung Jugendlicher an der Sozialraumgestaltung bis hin zur Sanierungsbegleitung.

Das Co-Training mit intermediären Akteur*innen der Gemeinwesenarbeit im Jänner vertiefte insbesondere Aspekte der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit. Aufbauend auf einem Impuls der Innovationswerkstatt reflektierten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten und diskutierten: Welche Herausforderungen bestehen bei der Akquise von (finanziellen) Ressourcen? Wie können sozial innovative Lösungsansätze auch über Förderperioden hinaus gefördert werden, sodass deren Wirkung erhöht wird? Welche Schnittstellen zu Instrumenten der Stadtentwicklung sind wesentlich, welche fehlen derzeit?

Als zentrale Herausforderungen wurden unter anderem fehlende Eigenmittel und Kompetenzen für Forschungsprojekte, lange Zeiträume zwischen Planung und Umsetzung sowie starre institutionelle Konventionen und Unternehmenskulturen genannt, die wenig Raum für experimentelle oder innovative Ansätze lassen. Gleichzeitig wurden die Lernpotenziale und die hohe Wirksamkeit transdisziplinärer Zusammenarbeit als große Chancen hervorgehoben. Als konkreter Unterstützungsbedarf identifizierten die Teilnehmenden insbesondere eine niederschwellige Zugänglichkeit zur Forschungslandschaft sowie angepasste Finanzierungsmodelle.

Das Fazit beider Co-Trainings ist: Es braucht mehr Formate dieser Art, die Raum für Austausch und gegenseitiges Lernen bieten.